Ich will einen Teil meiner Geschichte Joyce, die Regenbogenschnecke, die letztes Jahr im November aus mir heraus floss, mit Dir teilen, weil sie so sehr gerade meine Stimmung widerspiegelt:
Meine Sehnsucht nach Vereinigung und dem Gehalten-Werden durch die Große, Liebende Mutter, Ma-Ma, die QUELLE. Und doch die Aufgabe ist, hier und Jetzt im Leben zu sein, zu handeln, zu lieben…
In der Geschichte hüllt die Große Mutter, LOVE, mich ein in einen tröstenden Mantel mit dem Versprechen, dass ich sie überall finden kann…

“DAS GROßE HERZ

Und das Große Herz schlägt. Und es schlug und schlägt und
wird immer weiter schlagen. Die Zeit und der Raum lösen sich auf im Empfinden
der kleinen Schnecke.

Von weit her erfasst sie eine feine zarte Melodie, wie ein
Säuseln, hell und klar und doch auch rund und wohltönend.

Die Töne formen sich zu Worten und Sätzen und die Schnecke
hört genauer hin:

„Du bist angekommen.
Im Herzen aller Dinge. Hier ist Dein Wahres Zuhause. Deine Sehnsucht ist
erfüllt. Hier entspringt alles. Jeder Ton, jeder Klang, jede Farbe, jeder Duft,
jedes Wesen. Jetzt weißt Du, wo der Ursprung aller Dinge ist.

Doch Du kannst hier
nicht bleiben. Dein Ziel, das Land der Farben, hast Du erreicht. Du hast das
Licht gesehen, die Stille gehört, die Angst gespürt, die Farben geschmeckt und
den Puls des Lebens in jeder Zelle gefühlt.

Dein Weg geht weiter,
kleine Schnecke. Dein Schnecken-Leben im Schnecken-Land ist noch nicht vollendet.
Deine Familie, Deine Freunde- Sie alle warten auf Dich. Sie alle wollen Dein Licht
sehen. Sie spüren, dass Du ihnen etwas zeigen kannst, dass Du ihnen etwas geben
kannst….Sie spüren es in ihren Herzen. Sie haben auch diese Sehnsucht in sich,
die Dich hierher geführt hat. Und sie wissen irgendwie, dass Du ihnen helfen
kannst, ihren Weg zur Erfüllung dieser Sehn-Sucht zu finden“.
Damit beendet
die körperlose Stimme ihren Sprechgesang.

„Aber ich weiß nicht
wie“
, ruft die kleine Schnecke voller Inbrunst. Plötzlich fühlt sie ihren
Körper wieder mehr, er wird schwerer, sie fühlt die Gedanken in ihrem Kopf, ihr
Herz pocht schneller bei dem Gedanken, sich aus diesem paradiesischen Zustand
wieder zu lösen.

„Ich will nicht“,
wimmert sie leise. „Bitte, ich will
hierbleiben. Ich weiß gar nicht, wie ich diese Aufgabe erfüllen kann. Ich weiß
nicht, was ich tun muss.“

„Du wirst es wissen, wenn
Du wieder im Schnecken-Land bist“,
sagt die Stimme sanft. Dabei wird sie
immer leiser und leiser.

„Nein“, ruft die Schnecke.
„Bitte bleib bei mir, Großes Herz“.

„Ich bin immer bei Dir
säuselt die Stimme liebevoll wie eine
Mutter, die ihr Kind in den Schlaf wiegt. „Ich
bin in Deinem Herzschlag, in Deinem Atem, ich bin in den Farben, ich bin in den
Düften, ich bin in den Klängen, ich bin in den Steinen und in den Bäumen. In
den Pflanzen und den Sternen. Dem Mond und der Sonne. Ich bin in allem, was
Dich umgibt, in allem, was atmet, in allem was lebt. Vertraue! Du wirst mich in
allem finden, wenn Du es wünschst. Richte Deine Aufmerksamkeit auf die
Schönheit um Dich herum, dann ist es leichter für Dich, mich zu spüren. Und sei
dankbar für alles, was Du in Deinem Schnecken-Leben erfahren kannst. Heiße auch
das willkommen, vor dem Du Angst verspürst.
Umarme es mit meiner Liebe.
So bist
Du immer mit mir verbunden. Denn ich bin in allem.“

Ihr Klang wird immer leiser und ist sie nur noch wie ein
feiner Atemzug spürbar.

Die Schnecke ist plötzlich so müde von ihrer weiten Reise.
Ihre Augen fallen zu und sie sinkt erschöpft und wie betäubt in einen tiefen
traumlosen Schlaf.”

Ich wünsche allen einen wunderschönen und gesegneten Tag.

Lokah samasta sukinoh bavanthu!

With lovings,
Ramona Yasin