In den letzten Tagen bin ich am Forschen, was eigentlich damit
gemeint ist, wenn davon gesprochen wird „nach innen zu gehen“.

Bisher habe ich das einfach so angenommen und vor allem
meinen Herz-Raum wahrgenommen, wenn ich mich nach innen versenkte.

Doch etwas in mir will es genauer wissen, fühlen,
erforschen.

Mit innen ist bestimmt nicht das Innere des Körpers gemeint,
oder? Wo lande ich denn da, wenn ich tief nach innen in den Körper eintauche.
Irgendwo ist Schluss, wenn ich bis in die letzte Zelle getaucht bin.

In tiefen Meditationen durfte ich schon die Erfahrungen
machen, in einen Innen-Raum zu gelangen, der erst ganz klein und dann immer
weiter und unendlich wurde, einen ganz eigenen space, weit wie das All.
In Tag-Träumen, Bilderreisen und Visionen sehen wir Bilder, die so bunt und real sind. Sind diese Bilder innen? Im Kopf? Im Gehirn? Im “Geist”?

Wo ist denn dieser Ort „in mir“? Er ist so groß, so weit und lebendig, dass er nicht
in meinem Körper, in diese beschränkte Hülle passen kann.

Wo ist dieser Raum? Und ist er dann schon wieder außen?

Je mehr ich in diese Gedanken-Spielereien und in die
Meditations-Erfahrungen eintauche, desto klarer wird mir, dass das Innen und
das Außen ganz und gar nicht klar zu definieren sind und es eigentlich keine
Grenze gibt.

Ich nähere mich immer mehr dem Geistigen Gesetz an: „Wie
innen so außen“ mit dieser Beobachtung…

Heute saß ich im Cafe und schaute aus dem Fenster auf die
Straße. Auf einmal sah ich im Fenster eine Flamme, genauer eine Doppel-Flamme.

Mein Verstand weiß, dass es eine Spiegelung der Kerzenflamme
ist, die vor mir auf dem Tisch stand.

Ich schaute in diese gespiegelte Flamme und es wurde zu
einer Meditation, ein leichtes Eintauchen in eine andere Wirklichkeit. So
ruhig, so unnahbar, so wirklich.

Wo ist diese Flamme? Ich sehe sie mit meinen Augen. Doch sie
ist nicht draußen auf der Straße und sie lebt auch nicht in der Scheibe…. Wo
also ist ihr zuhause? In welchem Raum ist sie existent, da ich sie doch
wahrnehmen kann auch ohne um die Flamme auf dem Tisch zu wissen.

Sie wohnt in einem Zwischen-Raum, einem Ort, der nicht
existiert, nicht greifbar ist und trotzdem für diesen Moment sichtbar wurde.

Und das macht mir noch einmal klar, dass sovieles für unsere
Augen nicht sichtbar ist. Wir können es nicht mit unseren Sinnen begreifen,
finden keine logischen Erklärungen dafür.

Und doch existiert diese Wirklichkeit, denn manchmal öffnen
sich diese Räume nur für einen Augenblick und wir können einen Blick hinter den
Schleier erhaschen.

So ist auch dieser November eine „dünne Schleier-Zeit“. Wenn
wir für einen Moment mal unseren Verstand in den Hintergrund verschieben, dann
kann es sein, dass unsere Sinne Eindrücke erfahren, die scheinbar unwirklich
sind. Sie sind nicht innen, sie sind nicht außen…

Sie wohnen in den Zwischen-Räumen, den Zeitlos-Räumen, den
Tag-Träumen….und in den Geschichten, Bildern und Liedern…

Tauche ein in die Innenschau-Räume, in die inneren Schau-Räume, halte
inne, halte Innen-Schau. Finde dort das Außen im Innen und das Innen im
Außen.

Ich wünsche uns allen geöffnete Innen-Sinne, Einblicke in
Zwischen-Räume und unwirkliche Erfahrungen…

With Love,
Ramona Yasin